Nur nicht aufregen


Barbara Tóth
Vorwort | aus FALTER 36/07 vom 05.09.2007

KOMMENTAR An der großen Koalition prallen kontroversielle Themen einfach ab. Stattdessen schweigt sie sich einfach aus.

Es machte nicht einmal plop. Als bekannt wurde, dass sich FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in seiner Jugend nicht nur als wehrhafter Waldschrat, sondern auch als treudeutscher Wikinger vergnügte, schlug der öffentliche Erregungspegel kaum aus. Führende Politiker blieben krampfhaft gelassen. "Bedauerlich" sei das, jeder müsse zu seiner Jugend stehen, murmelte Kanzler Alfred Gusenbauer, als er von Journalisten um eine Stellungnahme gedrängt wurde. Von sich aus hätte er am liebsten wohl gar nichts gesagt. Vizekanzler Wilhelm Molterer raffte sich immerhin zu einer parteipolitischen Bewertung auf. Er halte Strache derzeit für "nicht partnerfähig", meinte er im ORF-"Sommergespräch". Wobei die Betonung eher auf "derzeit" denn auf "nicht partnerfähig" lag. Der Verfassungsbogen ist eben biegsam, und wie wenig tief Straches Kotau diesmal zu sein habe, damit er darunter

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