Misiks Bibelkreis (IV)

Wie biblisch war 9/11?

Politik | aus FALTER 36/07 vom 05.09.2007

Eine der bemerkenswertesten Hinterlassenschaften des jüdisch-christlichen Schrifttums ist die Apokalyptik. Sie geht auf eine Reihe von Prophezeiungen zurück, deren wirkmächtigste das Buch Daniel in der jüdischen Bibel und die "Offenbarung des Johannes" im "Neuen Testament" sind. Zwei Schriften, die von einer Katastrophensehnsucht getragen sind. Aber die Prophetie ist nicht im strengen Sinne Unheilprophetie, weil mit dem auf die Spitze getriebenen Unheil, dem Endkampf zwischen Gut und Böse, auch das ewige Heil beginne. "Danach wird Gericht gehalten", das Reich Gottes bricht an, das "ewig ist, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen" (Daniel 7. 26. und 27.). Die "Offenbarung des Johannes", die von einem ähnlichen Ton durchzogen ist, wurde zu einem der wirkmächtigsten Texte der christlichen Überlieferung. Da wird der Untergang der "Hure Babylon" (Johannes, 17) vorausgesagt. Später wird Satan in Ketten gelegt, worauf Christus für tausend Jahre (Johannes, 20) regiert. Doch


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