Kommentar

BA-CA-Sammlung: Masse statt Klasse

Nicole Scheyerer | Kultur | aus FALTER 36/07 vom 05.09.2007

Vor kurzem wollte ich ein Sparbuch eröffnen. Der Mann am Schalter lehnte freundlich, aber bestimmt ab und gab mir stattdessen ein Antragsformular für eine "ErfolgsCard". Beschämt über meinen altmodischen Wunsch unterschrieb ich, aber bis heute liegt kein Cent auf diesem Sparkonto. Umso überraschter war ich, als ich anlässlich der Präsentation der bankeigenen Sammlung im Kunstforum (siehe auch Artikel auf S. 64) erfuhr, dass die Bank Austria regelmäßig Künstler zur Gestaltung ihrer Sparbücher einlädt. Was der Filialangestellte belächelt, betrachten seine Bosse immer noch als zeitgemäße Form von Kunstsponsoring.

Es mag manchmal übertrieben erscheinen, was Unternehmen alles für ihre Kunstsammlungen tun und was sie sich von diesem Engagement versprechen. In Ankaufsjurys treffen sich internationale Kunstexperten, die dann mit vollen Brieftaschen auf Kunstmessen und Auktionen laufen; kein Büro und kein Geschäftsbericht ohne künstlerisches Statement, für die Skulpturen extragroße

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