Impfung gegen Angst

Kultur | Maya Mckechneay | aus FALTER 36/07 vom 05.09.2007

LITERATUR "Fight Club"-Autor Chuck Palahniuk bündelt erneut unsere Alltagsängste zur Groteske: Am 11. September liest er in Wien aus der fiktiven Biografie eines Tollwutpatienten.

Als weißer Mann kannst du dein ganzes Leben leben, ohne auch nur ein einziges Mal nicht dazuzugehören", schreibt Chuck Palahniuk. Er und eine Freundin mieten sich also Kostüme - ein Ganzkörper-Bärenfell für sie, einen albernen Dalmatiner-Plüschanzug für ihn - und spazieren durch Seattle. "Dein Hals schaut raus, Arschloch!", ruft ein Bursche und versetzt ihm einen Tritt, andere schubsen, wollen wissen, was es bei der Werbeaktion umsonst gibt. Palahniuk raucht in der Fußgängerzone eine Zigarette und hebt am Schaufenster von Tiffany's sein Bein: "All diese Leute hinter ihren eigenen Masken: Sonnenbrillen und Autos und Mode und Frisuren. Fahren an uns vorbei und rufen, Ihr gottverdammten Schwuchteln ...'", berichtet er in der Reportage "Mein Leben als Hund" (erschienen im Sammelband "Non-Fiction", 2005).


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