Neue Bücher

Kultur | aus FALTER 36/07 vom 05.09.2007

NS-WIRtSCHAFT

Adam Tooze: Ökonomie der Zerstörung

Schon 2005 machte der in Cambridge lehrende Wirtschaftshistoriker Adam Tooze auf sich aufmerksam. Im deutschen Feuilleton wandte er sich vehement gegen die Behauptung des Historikers Götz Aly, die Naziführung hätte sich die Loyalität der Bevölkerung in erster Linie durch eine Umverteilung der Beute aus ihrer Vernichtungspolitik erkauft. Der These von einem "Gefälligkeitsregime" setzte er jene von einer "Mobilisierungsdiktatur" entgegen, deren Rüstungsanstrengungen auf Kosten des privaten Konsums und ziviler Investitionen erfolgten. Ausführliche Analysen liefert Tooze nun in seiner "Ökonomie der Zerstörung", die den Anspruch erhebt, die Geschichte der NS-Wirtschaft umfassend darzustellen und neu zu bewerten.

"Die deutsche Position in der imperialistischen Konkurrenz war nach dem Maß des verfügbaren Rohmaterials wie des industriellen Potenzials verzweifelt im Frieden und Krieg", notierte Adorno 1945. Ohne direkt auf sie Bezug zu


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige