Buch der Stunde

Journalismus ist …

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 36/07 vom 05.09.2007

Der vor vier Jahren gegründete Dörlemann Verlag hat ein gewisses Faible für die Wiederentdeckung britischer Autoren. Nach den Reisereportagen von Patrick Leigh Fermor und den todtraurigen Romanen Patrick Hamiltons ("Hangover Square") nähert man sich mit Michael Frayn, Jahrgang 1933, nun behutsam der Gegenwart. Dessen 1967 im Original erschienener Roman "Gegen Ende des Morgens" gehört zu jenen well written novels, auf die man sich auf der Insel versteht und die in einem Kulturkreis, der schlechtes Deutsch gern als Stilwillen durchgehen lässt, allzu leicht unterschätzt werden. Dass der Tschechow-Übersetzer Frayn darüber hinaus ein erfolgreicher Dramatiker ist, merkt man auch den Dialogen an, selbst oder gerade dann, wenn ihnen die letzten Reste an Sinnhaftigkeit verloren zu gehen drohen: "Ich will nur, dass du das tust, was du willst. Ich finde, du solltest es tun, wenn du findest, dass du es tun solltest."

"Gegen Ende des Morgens" ist auch ein satirischer Roman über den Journalismus,


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