Kunst

Avantgarde & Kontinuität

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 36/07 vom 05.09.2007

Bei den Architekturpräsentationen im Ringturm weiß man nie, was einen erwartet. Beizeiten werden dort feine Ausstellungen produziert, dann muss man sich wieder mit abgenudelten Stellwänden begnügen. In "Avantgarde & Kontinuität: Kroatien - Zagreb - Adria" wird die kroatische Moderne derzeit im spartanischen Modus vorgestellt: Zu sehen sind lediglich Poster mit Architekturfotos, Grundrissen und Kurztexten. Auch die meisten der gezeigten Bauten offenbaren wenig Originalität, nur dass hier häufig Palmen die Betonmauern umrahmen. Die Ideen einer modernen Architektur kamen ab 1919 mit Otto Wagner-Schülern wie Viktor Kovacic an die Zagreber Technische Universität. Der internationale Stil, verknüpft mit einer sozialreformerischen Mission, wurde 1929 von der Architekten- und Künstlergruppe Die Erde gefördert. Nach dem Krieg entstanden neben Sozialbauten auch Hotelanlagen. Wie attraktiv der reduzierte Stil bis heute ist, beweisen die modernistischen Villen der Schau, die erst um 2000 errichtet wurden.

Bis 14.9. im Ringturm.


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