Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 36/07 vom 05.09.2007

Sex

Akrobat - schön! L. arbeitet im mittleren Management eines Konzerns. Wie es sich für Führungspersönlichkeiten gehört, hat er beim Fragebogen der Firmenzeitung die Frage nach seinen negativen Eigenschaften stolz mit "Ungeduld" beantwortet. Außerdem bekommt er, wie jeder Büromensch, ständig Mails mit berufsfernen Inhalten, vornehmlich natürlich Witze und Schweinekram. Und eines Tages war da im Maileingang dieses Kurzvideo, das ihm R. aus der Lohnverrechnung geschickt hatte: ein blonder junger Mann, dem es Gelenkigkeit und Gemächtgröße erlauben, sich selbst eine Fellatio zu verabreichen. L. war fasziniert. Noch am gleichen Abend überraschte er seine Freundin mit der Ankündigung, sie in ihren Yogakurs zu begleiten. Konsumierte in den nächsten zwei Wochen weitere fünf Doppelstunden. Das musste reichen. Er beschloss, die Sache in Angriff zu nehmen. Und landete mit zwei angeknatschten Wirbeln im Spital. Die Ungeduld kann ein Hund sein.

Heidi List

Fussball

Die schönste Freude Als der Brasilianer Brandao in der 87. Minute Red Bull Salzburg aus der Champions League köpfelte, entkam mir ein Jubelschrei. Diese euphorische Reaktion hat mich selbst etwas überrascht. Eigentlich hatte ich das Match nämlich "neutral" verfolgt und mir einen Aufstieg Salzburgs mit dem Argument schöngeredet, die Mateschitz-Truppe würde durch die Champions League von der Meisterschaft abgelenkt. Doch offensichtlich waren meine niederen Instinkte (Hass, Neid, Schadenfreude) stärker. Es gibt aber auch rational gute Gründe, sich über Salzburgs Niederlage zu freuen. Erstens wird der junge ORF-Schwätzer Oliver Polzer auf seinem Weg zum neuen Robert Seeger dadurch vielleicht etwas eingebremst. Zweitens wären die gestopften Salzburger mit den Uefa-Millionen noch reicher geworden. Und drittens wird Rapid auch so Meister.

Wolfgang Kralicek


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