Böhmen, Mähren, Dornbach


Florian Holzer
Stadtleben | aus FALTER 36/07 vom 05.09.2007

NEUES LOKAL Im Keller einer Dornbacher Bäckerei wird seit geraumer Zeit sehr böhmisch und sehr mährisch gekocht.

Eigentlich widerspricht die böhmische Küche ja jeglicher ernährungsphysiologischen Vernunft: Kohlenhydrate ohne Ende, Zucker und weißes Mehl überall dort, wo man sie nicht erwartet, und wo man sie eh erwartet, erst recht; reichlich Fett, riesige Portionen, Bier in Strömen und als Ballaststoff gerade einmal das Znaimer Gurkerl. Also genau so, wie wir das lieben.

Weil die böhmische Küche aber in Wien so gut bekannt ist und so geschmeidig integriert wurde, verlor sie jeglichen Exotenbonus, ist in reiner Form heute nur mehr selten anzutreffen und damit in Wirklichkeit etwa fünfzigmal exotischer als Thaicurry oder Thunfischmaki.

Eine der seltsamsten Wirkungsstätten dieser antileichten Küche existiert seit einigen Monaten in einer Bäckerei in Dornbach: Schon vor einem Jahr kochte in dem zum Lokal umfunktionierten Kellerlager Antonio Noto schlichte und gute Italoküche.

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