"Ich träum von Benedikt"

Politik | Julia Ortner | aus FALTER 37/07 vom 12.09.2007

KIRCHE II Der Theologe Adolf Holl über den Papst und warum Gott in Österreich schon lange tot ist.

Sigmund Freud hätte seine Freude an Adolf Holl. Der aufmüpfige Theologe, den sie Kirchenrebell nennen, gesteht: "Ich träum in der letzten Zeit oft von Papst Benedikt" - da ist also eine Sehnsucht nach einem Treffen mit dem Hüter jenes Glaubens, den der 77-Jährige seit Jahrzehnten immer wieder mit Verve und Witz angegriffen hat.

Holl, Theologe und Philosoph, arbeitete bis 1973 als Kaplan in Wien und war Dozent an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Wien. "Eigentlich müssten Sie eine neue Kirche gründen", sagte Wiens Kardinal Franz König 1976 zu seinem unfolgsamen Untergebenen und suspendierte ihn vom Priesteramt. Schon drei Jahre zuvor war diesem die Lehrbefugnis wegen "schwerer Irrtümer gegen die katholische Lehre" entzogen worden. Holl stieß die Kirchenfürsten auch mit seinem Weltbestseller "Jesus in schlechter Gesellschaft" (1971) vor den Kopf, in dem er Jesus als Außenseiter


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige