Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 37/07 vom 12.09.2007

Dass die Teenagerwelt voller Qualen und peinlicher Nöte ist, wurde ja schon in diversen Jungmenschenserien erklärt - ich sage nur "Dawsons Creek" oder "O.C., California". Aber wie schlimm das Leben erst ist, wenn man nie aus der Pubertät rauskommt und das nicht einmal merkt, konnte man bei den MTV Video Music Awards an der armen Britney Spears sehen. Frau Spears schleppte sich außer Form, aber in Glitzerbikini und kniehohen Stiefeln unbeholfen und schwerfällig über die Bühne - so wie eine burgenländische Discoqueen auf Valium zum Rhythmus wankt. Ein Trauerspiel, die Kollegen waren entgeistert, die Kritiker hämisch. "Jeder weiß, dass Britney nur Playback macht, aber das liegt daran, dass sie so viel tanzt. Diesmal hat sie sich kaum bewegt. Es war schrecklich. Es tat weh. Es war peinlich", meinte ein Klatschkolumnist. Eine 25-jährige Frau, die nicht weiß, dass sie kein 15-jähriges Püppchen mehr ist, weil sie nicht weiß, wer sie ist. Gefangen in einer ewigen Teeniewelt, die keine Antworten für erwachsene Menschen mit offensichtlichen Problemen hat. Hundertmal trauriger als "O.C., California".


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