Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 37/07 vom 12.09.2007

Full Metal Village Er könne jede Kuh am Adernverlauf ihres Euters erkennen, sagt nicht ohne Stolz ein Bauer. Und mit genügend Übung ginge das bei einer Gruppe Frauen auch. Sie würde schon viel dafür geben, einmal wenigstens für eine Stunde im Zweiten Weltkrieg zu sein. Unbeteiligt natürlich, in der Hitlerjugend oder so, sagt die Dorfschönheit, ein Mädchen um die 16. Mit viel Gelassenheit begegnet Sung-Hyung Chos Dokumentarfilm "Full Metal Village" den Bewohnern des schleswig-holsteinischen Dörfchens Wacken. Sie gehen über die Weiden, sitzen beim Abendbrot, betreiben Fitness, erzählen von ihrem Alltag, und ab und zu trifft einen eine Aussage ganz beiläufig wie ein Schlag vor den Kopf. Dabei vermutet man das Extreme - und darin liegt die eigentliche Pointe des Films - ganz woanders, ist doch das kleine Wacken bekannt für ein großes, finsteres Festival, das "Wacken Open Air", zu dem jedes Jahr 40.000 Heavy-Metal-Fans aus aller Welt anreisen. Mit viel Präzision und dem sparsamen,


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