Theater

So macht Geschlechtsverkehr Spaß

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 37/07 vom 12.09.2007

Der Herr Direktor und seine Frau in Unterwäsche: Herbert Föttinger und Sandra Cervik spielen Schnitzlers Sexstück "Reigen", und weil die Josefstadt noch umgebaut wird, finden die ersten Vorstellungen in den Kammerspielen statt - also auf jener Bühne, auf der sich 1921 der berühmte "Reigen"-Skandal abgespielt hatte. In den zehn (Geschlechts-)Akten des Stücks gehen einander jeweils eine Frau und ein Mann an die Wäsche. Eigentlich bräuchte es für eine Aufführung also je fünf Damen und Herren; dass Cervik und Föttinger alle Rollen spielen, wird in Stephanie Mohrs Inszenierung durch einen intelligenten Trick plausibel gemacht: Den Rahmen bildet Schnitzlers "Traumnovelle", in der ein Ehepaar sich von seinen erotischen Träumen und Fantasien erzählt. Ein schlüssiges Konzept, das sich als tragfähig erweist. In einem witzigen Bühnenbild (Miriam Busch), das immer wieder überraschende Effekte bietet, gelingen Föttinger und Cervik so komische Szenen, dass wohl auch das auf Boulevard konditionierte Stammpublikum der Kammerspiele auf seine Rechnung kommt. Wenn die Komödiantik auf Kosten der Härte geht, mag man bedauern. Man kann aber auch einfach Spaß daran haben.

Nächste Termine: am 12., 18., 19., 21, 24., 25. und 26.9. in den Kammerspielen.


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