Im Namen der Ehre

Politik | Gerlinde Pölsler | aus FALTER 37/07 vom 12.09.2007

ZWANGSEHEN Noch immer fahren junge türkische und albanische Migranten im Sommer in ihre Heimat - und kehren zwangsverheiratet zurück. Manche kommen nie wieder.

Wenn du ein Mann bist, dann antwortest du. Bring meine Schwester zurück! Wenn wir dich finden, bringen wir dich um." Diese SMS-Mitteilung sandte der Bruder der jungen Türkin Duygu* an deren Freund Murat*. Duygu sollte demnächst heiraten - nur eben nicht ihren Freund. Ihre Familie brachte sie in die Türkei, wo sie wochenlang rund um die Uhr "be- und überwacht" wurde, wie es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft heißt, bevor die Verwandten sie nötigten, ihren Cousin Halil* zu heiraten. Zurück in Österreich wurde für Duygu alles noch viel schlimmer: Nun wurde sie von allen Seiten bedroht. Von Murat, den sie für ihren Freund gehalten hatte, erhielt sie eine E-Mail, in der über dem Bild einer Pistole stand: "Das Leben von Ehrlosen dauert nicht lange." Ihre eigene Mutter ließ Duygu wissen, sie könne sich in Österreich


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige