Der heilige Martin

Kultur | Tiz Schaffer | aus FALTER 37/07 vom 12.09.2007

KUNST Susanne Kippenberger hat eine Biografie über ihren Bruder geschrieben. Mit dem "Falter" spricht sie über die Aufenthalte des Künstlers Martin Kippenberger in Graz und seine schlechten Manieren. Das Kunsthaus Graz widmet ihm eine Ausstellung.

Martin Kippenberger hat als Künstler nicht bloß gearbeitet, er hat gerackert. Kneipenbesuche, Publikumsbeschimpfungen und Schauspielerei waren Teil seiner Arbeit. Kunst saugt Leben. "Er hat die Kunst aus dem Gefängnis des reinen Ästhetizismus befreit", sagt der Berliner Kurator Zdenek Felix.

Vor zehn Jahren ist Kippenberger an Leberkrebs gestorben. Er war Kettenraucher und Trinker. Darüber hinaus Maler, Sammler, Provokateur, Objektkünstler, Sittenstrolch und Alleinunterhalter. An einer "Kippenbergerisierung" der Welt hat er gearbeitet. Auch in Graz. Der ebenfalls zu früh verstorbene Grazer Künstler Jörg Schlick hat ihn hierher geholt. Eine Geste der Entschuldigung. In Wien hatte er ihm versehentlich einen Schnaps weggesoffen. Zusammen


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