Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 38/07 vom 19.09.2007

Vor zwanzig Jahren unternahm Mischa Jäger einen Ausflug mit einem von der SPÖ gecharterten Donaudampfer. Seine Reportage nannte er "SPÖ: das Traumschiff". Ein Auszug daraus liest sich nicht nur deswegen amüsant, weil man die Akteure noch immer kennt:

"Die Aufgabenstellung ist klar:, Heute tauschen Journalisten einmal mit den Politikern die Rollen' und müssen sich von diesen, ein Loch in den Bauch fragen lassen'. Nach anfänglichen Identitätsproblemen - bin ich ein Journalist, der einen Politiker mimt oder mime ich einen Politiker, der so tut, als wäre er ein Journalist, der vorgibt, ein Politiker zu sein und einem Politiker antwortet, der einen Journalisten spielt, der so tut, als hätte er ein Loch im Bauch …? - regelt sich die Belanglosigkeit der Debatte gleichsam von selbst. Alles verläuft harmonisch und gesittet. Man ist freundlich und bemüht. (…) Das Thema der alternativen Diskussion lautete übrigens:, Machen Journalisten Politik?' - Eine müßige Frage, wo längst außer Streit steht, dass es auch Friseure, Köche und Modedesigner tun. Josef Cap in der Bordzeitung:, In der Zukunftswerkstätte wird jedenfalls von Anfang an keine Trennung zwischen Politik und allen anderen Lebensbereichen zugelassen.' Zuwiderhandelnde werden über Bord geworfen oder müssen sich einem kostenlosen Frisurentest unterziehen.

Man kann es aber auch netter sagen:, Politik, Beruf und Freizeit sind keine Gegensätze … Denn - Hand aufs Herz - wer verwendet nicht selbst mehr Zeit dafür, sich schön zu machen, und sich, wenn möglich, dem süßen Leben hinzugeben?' (AZ-Redakteur Joe Kalina). Das ist doch hübsch. Das motiviert. Flugs eile ich zum Kuchenbüffet und gebe mich einer Ribiseltorte hin. Danke, Joe." A. T.


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