Serbische Fiktion

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 38/07 vom 19.09.2007

AUSLAND Kosovo: Exjugoslawien muss ganz zerfallen, ehe den Völkern klar wird, dass ewige Feindschaften nichts bringen.

Der Kampf um die albanische Selbstbestimmung im Kosovo stand in den Achtzigerjahren am Anfang der jugoslawischen Tragödie. Slobodan MilosÇevic´ wollte vom historischen Amselfeld aus die zu neunzig Prozent von Albanern bewohnte Provinz für Serbien zurückerobern. Zwanzig Jahre später holt die ungelöste Kosovo-Frage die europäische Politik wieder ein. Leidenschaftliche Ablehnung oder entschiedene Befürwortung der albanischen Eigenstaatlichkeit spalten die EU. Im Hintergrund ziehen Washington und Moskau in entgegengesetzte Richtungen. Sogar das auf seine Neutralität pochende Österreich, das Hunderte - pikanterweise unter Nato-Kommando stehende - Soldaten im Einsatz hat, ist verunsichert. Denn der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, an dem sich die österreichische Politik orientiert, wird wohl noch Monate durch ein russisches Nein zu einem neuen Staat auf dem


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