Dolm der Woche

Julius Meinl V.

Politik | aus FALTER 38/07 vom 19.09.2007

Britisch inspiriertes Understatement schön und gut, aber wie Julius Meinl V. im "ZiB 2"-Interview die Turbulenzen seiner Firmengruppe kommentierte, war dann doch ein bisschen zu viel an Nonchalance. "Ganz sicherlich haben wir eine vorübergehende Inmitleidenschaftsziehung des Namens", antwortete er völlig ironiefrei auf die Frage, ob die Marke Meinl nun nicht "kaputt" sei. Statt für feinen Kaffee, ausgesuchte Delikatessen und Wiener Hofratswitwencharme steht die Marke Meinl inzwischen für schrullige Börsengeschäfte, überspannten Lebensstil (Meinl V. geht angeblich nie zu Fuß, sondern nimmt immer Limo und Chauffeur) und seltsame Jachtausflüge mit noch seltsameren Freunden (Karl-Heinz Grasser und Wolfgang Flöttl). Früher galt ein Einkaufssackerl des Edelgreißlers noch als Statussymbol. Wenn die "Inmitleidenschaftsziehung" so weitergeht, wird man es künftig wohl im Billa-Sackerl verstecken.


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