Shopping total!

Politik | Robert Misik | aus FALTER 38/07 vom 19.09.2007

KULTUR & KAPITAL Was die Waren mit uns anstellen. Und wie wir sie benützen können. Ein Versuch, die "konsumistische Mentalität" zu erklären.

Ich schlief gerne mit April", berichtet Jolo, der Protagonist aus Joachim Lottmanns Roman "Die Jugend von heute" über die sexuelle Routine mit seiner Freundin, "auch wenn jede Bewegung, jede Geste, jede Sekunde von der Werbung und von den Medien vereinnahmt war und somit nicht mehr mir gehörte. Ich lieh mir diese Stunden von der Werbung, und sie gefielen mir trotzdem." Eine schöne Sentenz, in der anklingt, wie unsere Gefühlswelt von der Kommerzwelt überwuchert wird. Jedes Erlebnis ist entlang vorfabrizierter Bilder modelliert. Dabei ist die "romantische Liebe" nur ein spezieller Aspekt des sozialen Lebens, dessen Fabrikation mithilfe kommerzialisierter Bilder uns jedoch besonders abstoßend erscheint - schließlich gilt uns diese doch als das veritable Gegenteil der kalten Rationalität der Wirtschaftswelt.

In anderen Sphären unserer sozialen


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