Ausstellungen

Bevor der Vorhang fällt

Kultur | aus FALTER 38/07 vom 19.09.2007

Die britische Künstlerin Susan Hiller klebte Anfang der Siebzigerjahre Ansichtskarten rauer Meeresbrandungen zu einem strengen Raster zusammen. Obwohl sie sich formal an die wissenschaftlichen Methoden der Konzeptkunst hielt, wurde ihr ob des bewegten Sujets Abweichlertum vorgeworfen; nichts sollte damals mehr an den Innerlichkeitskult abstrakter Malerei erinnern.

Die Ausstellung "Romantischer Konzeptualismus" in der Bawag Foundation (bis 1.12.) stellt die These auf, dass die Visualität negierende Konzeptkunst sehr wohl auch Anteile an der romantischen Bildwelt hat, so sie einem fragmentarischen, antisystematischen Denken zugeneigt ist. Weinende und küssende Menschen (Bas Jan Ader, Andy Warhol) oder ein zwangsläufig aus dem Takt geratendes Uhrenpaar (Felix Gonzales-Torres) führen künstlerische Verfahren vor, die zwar keine Handschrift im klassischen Sinn haben, gleichwohl typisch subjektivistische Themen wie Liebe, Trauer und Unvollkommenheit ansprechen. Es wird die letzte Ausstellung in der alten Bawag Foundation sein, bevor sie zur Generali Foundation ins neue Foundation(s) Quartier zieht.

Dort ist vom 27.9. bis zum 16.12. die letzte Ausstellung der Ära Sabine Breitwieser zu sehen, eine Retrospektive der deutschen Künstlerin Anna Oppermann (1940-1993). Gezeigt werden sieben große "Ensembles", wie Oppermann ihre über Jahre hinweg entwickelten Installationen nannte. Ab 10.10. ist im Augarten Contemporary die letzte von Thomas Trummer für das Belvedere kuratierte Ausstellung zu sehen. Es ist eine monografische Schau des Wiener Künstlers Markus Schinwald. In der Secession eröffnen am 19.9. Ausstellungen von Tue Greenfort und Piotr Uklanski, dann folgt noch eine Schau von André Korpys und Markus Löffler (ab 29.11.). Das weitere Programm steht noch nicht fest.


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