Porträt einer Utopie

Kultur | Maya Mckechneay | aus FALTER 38/07 vom 19.09.2007

FILM Ulrike Ottinger setzt dem Wurschtelprater ein liebevolles Denkmal. Mit dem Areal im 2. Bezirk hat "Prater" jedoch wenig zu tun.

Im Frühstücksraum des Hotel Altstadt ist Ulrike Ottinger schnell auszumachen. Mit ihren ausladenden silbrigen Locken und dem Herrenanzug ist die Regisseurin eine auffallende Erscheinung. An diesem Morgen wirkt sie vergnügt. Ganz offensichtlich fühlt sie sich in der Rolle der Erzählerin wohl, und bald entwickelt sich weniger das übliche Frage- und-Antwort-Spiel als der gelegentlich von Einwürfen unterbrochene Bericht einer Enthusiastin.

Für die Entstehungsgeschichte ihres 16. Films, der Dokumentation "Prater", holt Ulrike Ottinger gleich einmal aus: "Diese ganzen wunderbaren alten Städte, Königgrätz, Olmütz, Brünn", schwärmt sie, "wollte ich mir damals angucken, auf dem Weg von Berlin nach Wien, wo ich an einem Elfriede-Jelinek-Symposion teilnehmen sollte. Ich hatte die Idee zu einer Vampirgroteske entwickelt, habe schon an einem Drehbuch gearbeitet,


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