Nur über meine Beichte

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 38/07 vom 19.09.2007

THEATER Der Schauspieler Thomas Lawinky wurde berühmt, weil er einem Kritiker den Block entrissen hatte. Dann outete er sich als Stasi-Spitzel. Jetzt spielt er am Burgtheater.

Normalerweise haben Schauspieler nichts dagegen, berühmt zu sein. Das gilt im Prinzip auch für Thomas Lawinky. Aber dass er in der Theaterwelt bekannt ist wie ein bunter Hund, macht ihn nicht froh. Lawinky ist jener Schauspieler, der mit der sogenannten "Spiralblock-Affäre" in die Theatergeschichte einging. Der Vorfall ereignete sich am 16. Februar 2006 auf einer Nebenbühne des Schauspiels Frankfurt. Während der Premiere von Ionescos "Das große Massakerspiel" kam es zu einem Eklat. Die Inszenierung fand an mehreren im Raum verteilten Spielorten statt; das Publikum war aufgefordert, den Schauspielern zu folgen. Ein Premierenbesucher - offensichtlich Kritiker - wollte nicht mitspielen, und Lawinky fiel aus der Rolle. Im Zuge eines Wortwechsels hat der Schauspieler dem Kritiker schließlich den Spiralblock weggenommen


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