Ohren auf

Zeitlose Größe

Kultur | Gerhard Stöger | aus FALTER 38/07 vom 19.09.2007

Vier Geschichten vom Älterwerden im und mit Pop: "Lick my lips, I'm on fire / lick my legs with desire", brüllte PJ Harvey Anfang der Neunziger zu kreischenden Gitarren und wirkte damit faszinierend, gefährlich, verstörend. Auf "White Chalk" (Island/Universal) tauscht sie Indierock und urbanen Blues gegen kammermusikalisch angelegte und teils leicht entrückt gehauchte, teils von beängstigender Unmittelbarkeit geprägte Balladen im Zeichen von Verlust und Düsternis. Trotz radikal geänderter Gangart ist die Intensität von PJ Harveys Liedern dieselbe geblieben - womit "White Chalk" nicht weniger als die schönste traurige Platte des Jahres ist.

Auch toll, aber gänzlich verstörungsfrei klingt "Trees Outside the Academy" (Cargo/Trost), das neue Soloalbum des seit den frühen Achtzigern an der Schnittstelle von Krach und Harmonie agierenden Thurston Moore. Sein Hang zum Experiment bleibt außen vor, melancholische Midtemposongs stehen neben kontrollierten Krachern. Entspannte Gelassenheit


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