Schnurrbart unter Strom

Kultur | Klaus Nüchternn | aus FALTER 38/07 vom 19.09.2007

JOE ZAWINUL (1932-2007) Der Mann, der Miles Davis ans Stromnetz anschloss und den Synthesizer zum echten Instrument machte, verstarb am 11. September in seiner Heimatstadt Wien.

Um die Popularität von Joe Zawinul zu erklären, kommt man zunächst einmal mit zwei Begriffen und vier Wörtern aus: "Mercy, Mercy, Mercy" und "Birdland"; Kompositionen, die selbst Leuten ein Begriff sind, die kein einziges Stück von Duke Ellington zu nennen vermöchten und Thelonious Monk für eine Figur aus einer amerikanischen Fernsehserie halten.

"Mercy, Mercy, Mercy", das war ein Heilmittel für jene Zeiten, in denen es uns hinten nass reingeht; "ein kleiner Ratschlag von meinem Pianisten Joe Zawinul", wie es Saxofonist Cannonball Adderley in einer der berühmtesten Ansagen der Jazzgeschichte formulierte - "and it sounds like what it is supposed to say". In der Tat. Mit dem über lässig groovenden Akkorden des Electric Piano beginnenden und über die crescendierenden Rufe der Bläser zu strahlenden Gospel-Gipfeln


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