Buch der Stunde

Prinzip Eisberg

Kultur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 38/07 vom 19.09.2007

Der australische Autor und Arzt Peter Goldsworthy (Jg. 1951) debütierte in seiner Heimat 1989 mit dem Roman "Maestro". Dass die deutsche Übersetzung davon nun im hiesigen Deuticke Verlag erscheint, ist nur folgerichtig, da es sich hier um Goldsworthys "österreichisches" Buch handelt, dem ein Zitat von Karl Kraus vorangestellt ist: "Österreich hat durch seine politischen Blamagen erreicht, dass man in der großen Welt auf Österreich aufmerksam wurde und es endlich einmal nicht mehr mit Australien verwechselt."

Geheimer Held des Romans ist Eduard Keller, ein nach dem Zweiten Weltkrieg nach Australien ausgewanderter Österreicher, der in der Hafenstadt Darwin als verkrachtes Klaviergenie sein Leben zwischen Unterrichtsstunden und Kneipenbesuchen fristet. Wovor ist der Mann geflüchtet? Aufgerollt wird seine Vita aus der Perspektive des 15-jährigen Paul, eines talentierten Pianisten, der von seinen Eltern zu Keller geschickt wird. Und erst einmal tagelang nichts spielen, sondern nur den


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