Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 38/07 vom 19.09.2007

Tea Die Neue Oper Wien versenkt sich in die mysteriösen Tiefen fernöstlicher Tradition und zeigt im Semperdepot eine neunzigminütige Meditation über eine leere Tasse Tee. "Tea" (1997) von Tan Dun erzählt die Geschichte zweier Prinzen, die über einen tödlich verlaufenden Streit um ein heiliges "Buch vom Tee" die innere Weisheit erlangen. Eingebettet ist die reduktionistisch-rätselhafte Handlung in eine mönchische Teezeremonie, die Regisseur Carlos Wagner und Ausstatter Christof Cremer mit Lokalkolorit, aber doch in prägnanter Schlichtheit inszenieren. Wer da eine interessante Verquickung asiatischer und abendländischer Musiktraditionen erwartet, liegt nicht ganz falsch, wird aber doch ein bisschen enttäuscht: Allzu kalkuliert mischt Tan Dun Naturgeräusche von Wasser, Papier und Stein mit plakativem Geigenkitsch und einer beliebig wirkenden Einheitsmoderne. Trotz einiger rhythmischer Schwächen spielt das Amadeus Ensemble unter Walter Kobéra routiniert, während die Solisten


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