Stadtrand

Simma wieda gut?

Stadtleben | aus FALTER 38/07 vom 19.09.2007

Wenn der Wiener-Linien-Mann zweimal klingelt: Vor kurzem bekam Leserin Bettina H., fahrradfahrende Baldmama, einen Besuch der besonderen Art. "Griaß eana! Wiener Linien", rief ein ihr unbekannter Mann in die Gegensprechanlage, "I bin kumma, weil Sie sich beschwert haben." Das stimmte. Kurz zuvor war H. nämlich durch einen Platzregen zur nächsten U-Bahn-Station geradelt. Nass war's, kalt war's und schlecht war ihr schwangerschaftsbedingt auch noch. Also ab in die U-Bahn und nachhause. "Aussteigen!", hieß es allerdings noch vor dem Einsteigen. Fahrräder dürfen nämlich nur bis 17 Uhr mitgenommen werden, wies der Fahrer Frau H. zurecht. Nach einer Heimfahrt durch Regen und Kälte schrieb H. ein Beschwerdemail an die Wiener Linien. "Wir leiten Ihre Beschwerde weiter", lautete die automatische Antwort der Verkehrsbetriebe. Dort nimmt man das Entschuldigen sehr persönlich. Eine Viertelstunde lang erklärte der Außendienst-mitarbeiter, dass es ihm leidtue, Frau H. verärgert zu haben und wieso die Fahrradmitnahmeregel wichtig sei. Er verabschiedete sich mit einem versöhnlichen "Simma wieda gut?" N. H. H


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