Eulen im Scheinwerferlicht

Politik | Herwig G. Höller | aus FALTER 38/07 vom 19.09.2007

NACHBARN Eine Geheimdienst- und Abhöraffäre erschüttert Sloweniens Innenpolitik. Im Hintergrund: großangelegte Balkanaktivitäten des deutschen Bundesnachrichtendienstes.

Nein, Ivo, tu mir diesen Scheiß nicht an", hatte der damalige slowenische Premierminister Anton Rop (LDS) ganz und gar nicht staatsmännisch ins Telefon gebrüllt. Am anderen Ende der Leitung saß niemand Geringerer als der kroatische Regierungschef Ivo Sanader, der Rop an jenem Tag im Mai 2004 angerufen und im Zusammenhang mit schwelenden Fischerei- und Grenzstreitigkeiten zwischen Slowenien und Kroatien "Maßnahmen" angekündigt hatte. Zum äußersten Unmut des Slowenen, der gleich sauber auf Kroatisch zu fluchen begann.

Wenige Monate später liefen die Telefone zwischen Zagreb und Ljubljana erneut heiß: Im September, wenige Tage vor den slowenischen Nationalratswahlen, hatte der linksliberale Rop nach einem weiteren Grenzzwischenfall Kroatien mit einem Veto bei künftigen EU-Beitrittsverhandlungen gedroht. Der kroatische


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