Zum Unglück gezwungen

Politik | Gerlinde Pölsler | aus FALTER 38/07 vom 19.09.2007

ZWANGSEHEN Politik und Justiz bekämpfen erzwungene Ehen viel zu lax. Rigide Fremdengesetze zwingen Opfer, in gewalttätigen Beziehungen zu verharren.

Vergangenen Herbst folgte Nuray* ihrem Mann Halit* aus der Türkei nach Graz. Die Ehe hatten die Angehörigen arrangiert. In Graz ließen Halit und seine Familie Nuray kaum außer Haus und "kontrollierten sie ständig", wie die Richterin sagt, die vergangene Woche den Fall verhandelte. Auch kam es zu Übergriffen, Halit und seine Schwester wurden wegen Körperverletzung verurteilt. Inzwischen hat Nuray in einer Gewaltschutzeinrichtung Unterschlupf gefunden, die Scheidung ist im Laufen. Doch damit haben neue Probleme begonnen, denn das österreichische Recht macht Migrantinnen, die sich trennen wollen, das Leben schwer. Nuray muss fürchten, dass sie Österreich sofort verlassen muss, sobald die Scheidung rechtskräftig ist: Ehepartner, die aus dem Ausland nachziehen, sind aufenthalts- und arbeitsrechtlich mehrere Jahre lang von ihren Ehegatten


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