Die Ballade vom Zeichner

Stadtleben | Christof Huemer | aus FALTER 38/07 vom 19.09.2007

STADTMENSCH Der Grazer "Stadtzeichner" Walter Felber will die Sahara begrünen und alles zeichnen, was er sieht. Letzte Woche saß er in Einzelhaft.

Die Zeit ist stehen geblieben in der Justizanstalt Graz-Jakomini. Im Wartezimmer zu jenen Glaskabinen, in denen man Häftlinge am Telefon "besuchen" kann, zeigt die Uhr stetig zehn Minuten vor zehn. Man hat zwei Hochsicherheitstüren passiert, einen Ausweis durch die Klappe in einem der verspiegelten Fenster geschoben und verstanden, dass der betreffende Insasse, der einmal in der Woche für eine halbe Stunde Besuch erhalten darf, nun aus seiner Zelle geholt wird. Das kann dauern, im Falle von Walter Felber eine halbe Stunde. Durch eine weitere wieder nur von den Wachebeamten zu öffnende Türe gelangt man dann zur Flucht aus rückwandlosen Terrarien mit schwarzen Hörern. Walter Felber, 61-jähriger Grazer Stadtzeichner und Verfahrenstechniker, hebt ab, er wirkt müde, aber körperlich heil. "Herr Felber, warum haben Sie denn Ihre Steuern nicht

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