1977

Extra | aus FALTER 39/07 vom 26.09.2007

Das Jahr

In Österreich stand Bruno Kreisky in der Blüte seiner Macht. Dem österreichischen Fußball ging es gut. Er qualifizierte sich für die Weltmeisterschaft in Argentinien. Wo allerdings der Diktator Videla herrschte. In Wien regierte mit unerbittlicher Gemütlichkeit und absoluter Mehrheit die SPÖ.

Das Falter-Jahr

Die Gründung war so turbulent wie das Erscheinungsbild. Es gab keine festgelegte Grafik, jede Ausgabe wurde sozusagen neu entworfen. Was von außen an Betroffenenberichten hereinrauschte, wurde gedruckt. Dennoch merkte man, dass sich unter den allen, die alles machten, einige bildende Künstler befanden. So unausgewogen das Erscheinungsbild redaktionell daherkam, so originell war seine optische Anmutung - wenn sie bisweilen auch die Grenze der Zumutbarkeit überschritt.

Die Auswahl

Natürlich hätte man die Editorials der ersten Ausgabe drucken müssen (es gab fünf oder sechs Absichtserklärungen). Oder einen der zahlreichen Betroffenenberichte. Vielleicht auch das Plädoyer für die Öffnung des Semperdepots, die Anklage gegen die Neuverunstaltung des Karlsplatzes, die Reportage über wilde Plakate oder die Berichte vom ersten Homosexuellentreffen in Wien. An polemischen Medienmontagen zum Thema "Kronen Zeitung" und ORF fehlte es nicht. Aber zur Erfahrungswelt der späten Wiener 70er-Jahre gehörten auch Expeditionen ins Ich wie der hier von Elisabeth Schweeger beschriebene.


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