Moers - ein toter Ort

Extra | Thomas Miessgang | aus FALTER 39/07 vom 26.09.2007

REPORTAGE Inmitten von Kunstbären und zottelig-motteligen Gammlerboys berichtet der Rezensent vom Jazzfestival in Moers. Und davon, wie's ihm dabei ging.

"Das englische Wort, Shock' hat laut Oxford English Dictionary (OED) seit dem 17. Jahrhundert die Bedeutung von Stoß, Schlag, Erschütterung, sowohl im materiell physischen wie im übertragenen psychologischen Sinn."

(Wolfgang Schivelbusch)

Der Auftritt der Rhys Chatham Band glich einem "mounted shock combat". Die Musiker ritten mit ihren Gitarren ein, stöpselten die Kabel in die Verstärker und legten los wie die Hölle: schnelles Punk-Schlagzeug mit den typischen, kleinen nervösen Breaks, fünf Gitarren, die auf die harmonische Vielfalt der klassischen drei Akkorde verzichteten und sich konsequent auf einen einzigen Mehrklang beschränkten. Zuweilen wurde selbst dieser letzte Rest der vertikalen Dimension noch zugunsten der Horizontalen aufgegeben: Fünf Gitarren spielen fünf Minuten lang nur einen einzigen Ton. Die Punk-Idee ist hier


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