Gegen den Strom

Extra | Peter Oswald | aus FALTER 39/07 vom 26.09.2007

PORTRÄT Der italienische Komponist Luigi Nono wurde 60 Jahre alt. Tribut an einen politisch engagierten und doch ästhetisch avancierten Musiker.

Wie kein anderer Komponist hat Luigi Nono in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten zu kontroversiellen Stellungnahmen herausgefordert. Seit er sich 1959 von den hermetischen Avantgardezirkeln der Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik abwandte, um sich einem politisch engagierten Komponieren zu verschreiben, werden die politischen Töne der Gegner Nonos immer schriller. In der Bundesrepublik Deutschland wird Nono in den Sechzigerjahren zur Persona non grata erklärt, in Österreich nicht einmal ignoriert. Rundfunkanstalten sagten im letzten Augenblick Aufführungen seiner Werke ab und große Schallplattenkonzerne verschließen sich dem politischen Stachel seiner Werke. In Nürnberg kommt es anlässlich der Erstaufführung seiner "Azione scenica", "Intolleranza 1970" zum handfesten Skandal, als Nono zwei Tage nach der amerikanischen Invasion in


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