Ein simples Verschwinden

Extra | Reinhold Knoll | aus FALTER 39/07 vom 26.09.2007

SATIRE Sie verschwand von der Landkarte, obwohl es zuletzt bereits 38 lebende Bundeskanzler und 718 aktive Bundesminister gab. Augenzeugenbericht eines Unpolitischen über das Ende der Republik.

In bewegten Worten verabschiedete sich unser Bundeskanzler Vranivatz von seinen Letztösterreichern. Er rief sie über das Fernsehen auf, das Andenken an dieses, im Versinken begriffene Land zu bewahren und endete, wohl in Erinnerung an einen seiner Vorgänger in vergleichbarer Situation: "Gott schütze unsere Heurigen!" In der Weltpresse war umgehend gerätselt worden, ob der abgedankte Politiker damit die noch nicht eingebrachte Kartoffelernte gemeint habe oder aber jene Getränke, die von Buschenschankbetrieben ausgegeben werden und jungen Wein bedeuten. Bekannt war doch auch im Ausland, dass in Österreich der Heurige in vielen Phasen der politischen Geschichte eine ausnahmslos große Rolle gespielt hatte. Vranivatz darüber zu befragen, war zu spät: Sein letzter Weg führte ihn vom Ballhausplatz


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige