Richard III. und ich

Extra | Franz Schuh | aus FALTER 39/07 vom 26.09.2007

THEATERKRITIK Peymanns erste Neuinszenierung in Wien - ein gesellschaftliches Ereignis. Nun musste sich eine politische Besetzung ästhetisch bewähren.

Eine Inszenierung ist ein ästhetischer Coup, der entweder gelingt oder nicht. Ist aber der Schauplatz das Burgtheater, dann ist die Inszenierung zugleich ein gesellschaftliches Ereignis. Daher ist die größte Wohltat das Aufgehen des Vorhangs und das Verschwinden der gesellschaftlichen Realität, die mehr oder minder ehrerbietig vor einer illusionären zurückweicht.

Aus Nervenschwäche dieser Gesellschaft gegenüber wollte ich mich immer damit rächen, anstelle der Stücke, die eh ein jeder kennt, das Publikum zu rezensieren. An so einem Abend ist das Burgtheater ein Gemeinplatz besserer Umgangsformen. "Schlecht können die Österreicher auch sein, da brauchen wir keine Deutschen", sagt eine Dame einsichtig, und sie feiert Wiedersehensfreude mit einem herausgeputzten Altbourgeois. Erstarrt im Takt die Österreicher und hin und wieder hungrige


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