Die Sehnsucht nach dem Sklavenstall

Politik | Barbara Tóth | aus FALTER 39/07 vom 26.09.2007

Philosophie Rudolf Burger über erzwungene Assimilation, die Konjunktur der Scharia, die ergonomischen Kopftücher der Bäuerinnen und die Notwendigkeit einer Leitkultur.

Rudolf Burger ist ein Ästhet. Wenn er sich eine Zigarette anraucht, entnimmt er sie einem silbernen, fein ziselierten Etui, entzündet sie mit dem dazupassenden Feuerzeug und legt anschließend die beiden Rauchpretiosen wieder auf den Tisch zurück, parallel ausgerichtet zum ebenfalls silbernen Kugelschreiber. So präzise wie die Ordnung auf seinem Tisch, ist auch seine Sprache. Er redet druckreif. Als er im Jahr 2000 die Proteste gegen die blau-schwarze Regierung als "antifaschistischen Karneval" bezeichnete, gaben ihm Kritiker das Etikett "Wendephilosoph". Es blieb picken und kostete ihn viele Freundschaften.

Falter: Herr Burger, als Philosoph haben Sie darauf sicher eine Antwort: Wert - was ist das eigentlich?

Rudolf Burger: Der Begriff des Wertes als eine moralische Orientierungskategorie ist in der Philosophiegeschichte


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