Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 39/07 vom 26.09.2007

Dass die Familie nicht nur Geborgenheit & Liebe, sondern auch Albtraum & Psychotherapie bedeutet, hat man uns im Fernsehen schon in der besten Serie aller Zeiten, den "Sopranos", und der zweitbesten, "Six feet under", wunderbar vorgeführt. Seit kurzem versucht sich das US-Format "Brothers & Sisters" (Pro 7, Mi, 22.15 Uhr) dreist am Familientopos - und scheitert. Bei den Brüdern und Schwestern ist von neurotisch über schwul bis bieder alles dabei, die Mutter ist eine starke, aber doch so zerbrechliche Glucke, der Vater spielt als toter Patriarch mit. Kommt uns alles sehr bekannt vor. Eindimensionale Charaktere, "schräge" Vögel, geistlose Dialoge und im Mittelpunkt die mühsame Schreckschraube Calista Flockhart, die uns als Ally McBeal den letzten Nerv gezogen hat: Diesen Abklatsch einer Neunzigerjahre-Jungefrauenserie hat echt niemand gebraucht. Dialogkostproben: Ein Aufreißertyp erklärt: "Man liebt die Menschen nicht, weil sie perfekt sind, sondern weil sie da sind." Flockhart nach Seitensprung mit spitzer Stimme: "Ich könnte sterben, ich könnte sterben!" Das wäre wenigstens eine saubere Lösung.


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