Kommentar

Im Kabinett des Doktor Buergel

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 39/07 vom 26.09.2007

Normalerweise bekommen Kuratoren keine Chance, es ihren Kritikern öffentlich reinzusagen. Der personenzentrierte Wirbel um die Documenta 12, die am vergangenen Wochenende zu Ende gegangenen war, machte es deren Leiter Roger Buergel dennoch möglich, gegenüber den zahlreichen Verrissen das letzte Wort zu behalten. Ein "Lynchmob" wäre über ihn hergefallen, "in weiten Teilen entschlossen, die Ausstellung zu hassen", schrieb Buergel im Spiegel. Im Gegensatz zu den Experten (die Buergel unter anderem als "uninformiert" und "wenig gereist" kritisiert hatten) wäre ihm die gute Stimmung des normalen Publikums sehr wohl aufgefallen. Dabei handle es sich aber lediglich um einen Eindruck - die "Alchemie" des Rezeptionsprozesses müsse letztlich unbekannt bleiben.

Nachdem jetzt das Rekordergebnis von 754.301 zahlenden Gästen veröffentlicht wurde, scheint der Erfolg der Documenta 12 festzustehen. Was aber, wenn 700.000 Ticketlöser unzufrieden heimgegangen sind? Wie viel Gold in der Waagschale


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