Ein Ufo über dem Jangtse

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 39/07 vom 26.09.2007

FILM Jia Zhang-ke, der wichtigste Gegenwartsregisseur Chinas, gleitet mit "Still Life" meisterlich durch den Schutt eines Wirtschaftswunderlands.

Das im Wandel begriffene China, das Jia Zhang-ke seit nunmehr fünf Spielfilmen porträtiert, ist ein Ort für Trickbetrüger und Finanzartisten: Zu Beginn von "Still Life" verwandelt ein Zauberer an Bord einer Fähre weißes Papier in Dollarnoten. Danach presst sein Assistent jedem einzelnen der harsch zusammengetriebenen Zuschauer eine "Spende" ab. Han Sanming (verkörpert von einem Schauspiellaien gleichen Namens) ist von beidem sichtlich unbeeindruckt. Nicht die Hoffnung auf eine glorreiche turbokapitalistische Zukunft, sondern eine Spur aus der Vergangenheit führt den Bergarbeiter an den prestigeträchtigen 3-Schluchten-Damm: In der Stadt Fengji will er seine Exfrau und Tochter ausfindig machen. Weil die Straße, in der sie gewohnt haben, aber längst unter dem Wasserspiegel des Stausees liegt und der Computer am Meldeamt bei Sanmings Anfrage


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