Stadtrand

Grünphrasen

Stadtleben | aus FALTER 39/07 vom 26.09.2007

Rechts stehen, links gehen. Ausstieg links oder rechts, je nachdem. Bloß keine Zeitungen liegen lassen. Und so weiter. Der öffentliche Raum ist voll mit Benimmregeln. Und jetzt geht es um die Phasen. Die Grünphasen nämlich, also jene Zeit, die Fußgängern bleibt, benimmregelkonform und normgerecht eine Straße zu überqueren. Die Grünphasen sollen länger werden, forderten die Grünen im Rathaus, die anderen Parteien schlossen sich erstaunlicherweise an, und demnächst wird man in Wien mehr Zeit fürs Wechseln der Straßenseite haben. Gut. Aber wieso haben die Wiener Grünphasen nicht mehr ausgereicht? Sind wir alle langsamer geworden, urbane Kraftwerke im Schneckentempo? Wir sind Flaneure, so schaut's aus! Früher eilten wir von A nach B, Straßen waren für Autos und rasch wieder zu verlassen. Jetzt machen wir Picknick am Ring oder gleich Fanzonen. Was noch unbedingt zu klären wäre: Wenn Fußgänger bald länger Grün haben, werden auch die Intervalle länger? Sollten wir künftig länger auf Grün warten, wird die neue Grünphase ganz schnell zur Phrase. Und wir marschieren einfach bei Rot. C. W.


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