Augenscheinlich weltoffen

Stadtleben | Heike Hausensteiner | aus FALTER 39/07 vom 26.09.2007

STADTMENSCH Der Koran, französische Chansons und Pariser Pep in der Großfeldsiedlung? Kein Widerspruch, wenn der Intercoiffeur aus dem Libanon stammt wie Abdul-Ghani Chata.

Heuer hat Abdul-Ghani Chatah mit seiner Familie keinen Sommerurlaub gemacht. "Wir haben eine Bauernstube eingerichtet", sagt der Friseur. Und weil der oberösterreichische Tischlermeister auch Holz aus dem Libanon verarbeitete, habe er ihm gleich mehr bezahlen wollen. Doch der Handwerker fertigte ihn mit einem Rabatt ab. Manchmal kommt es vor, dass Chatah in seinem Salon auch Preisnachlass gewährt: "Ich kann Ihnen ein Kinderservice anbieten", sagt er zu einem sichtlich mittellosen Kunden. Der lässt, frisch frisiert, zwei Cent Trinkgeld da. Der Kundenstock des Friseurs ist nicht gerade bürgerlich. Wer lässt sich heutzutage noch die Haare von einem "Coiffeur" schneiden?

Abdul-Ghani Chatah - kurz einfach "Ghani" genannt - sagt, sein Geschäft mit zehn Mitarbeitern gehe gut. Dabei ist die geografische Lage des Frisiersalons


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