Tod, Lügen und ein Video

Extra | Florian Klenk | aus FALTER 39/07 vom 26.09.2007

AFRIKANER Er randalierte und sollte "gebändigt" werden, dann versagte plötzlich sein Herz. Der Tod des 33-jährigen Physikers Cheibani Wague wurde vergangene Woche von den Behörden zu schnell geklärt.

Vergangenen Dienstag hört Markus H., ein Anrainer des Heumarkts, laute Schreie. Es ist Mitternacht, von seinem Fenster aus sieht er hinüber in den Stadtpark. Er verfolgt eine Szene, die ihn zur Videokamera greifen lässt. Im Scheinwerfer eines Polizeiautos liegt ein Afrikaner völlig regungslos am Bauch. Er wird von neun Beamten zu Boden gedrückt. Man sieht, wie ein Sanitäter mit beiden Beinen und ein Polizist mit einem Bein auf dem Afrikaner stehen, während er sich mit der anderen Hand am Rettungsauto abstützt. Man sieht einen Notarzt, der mit beiden Händen in den Hosentaschen herumsteht. Man sieht einen Polizisten, der dem Mann die Füsse fesselt. Man erkennt, wie die Beamten den Mann wie ein erlegtes Tier an den Fußfesseln hochheben und mit dem Kopf nach unten auf eine Bahre


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