Vorwort

Best of Versmaß

Vorwort | Thomas Wolkinger | aus FALTER 39/07 vom 26.09.2007

Die Politik hat Pause, das Mundwerk regiert das Land. Das macht keinen großen Spaß, wenngleich es Heerscharen von Funktionären der beiden großen Parteien beschäftigt, die unermüdlich in obskuren ethymologischen Wörterbüchern und Stabreimverzeichnissen nach immer wüsteren Verbalinjurien forschen, um dem Gegner größtmögliche Pein zu bereiten. Und wenn alldort nichts mehr Neues zu finden ist oder die lokalen Medien müde werden, über das Wort der Woche zu berichten, dann müssen Kreativagenturen in die Bresche springen und den Skandal, der immer beim anderen ist, und die Wohltat, die man stets selbst verkörpert, in Wort und Form gießen und als Inserat zum Abdruck fertigmachen. Wohlgemerkt, nicht das Inserieren an sich ist böse, das gehört zum Geschäft. Aber die fast vollständige Substituierung von kultiviertem politischen Diskurs durch Werbung lässt das Land derzeit doch ein wenig grübeln.

Zumal, wenn die Ergebnisse so ausfallen, wie sie ausfallen. Ja, dürftig. We are


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige