Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 40/07 vom 03.10.2007

Das Interview mit Freddie Quinn im Falter schlug einige Wellen. Die taz wollte es unbedingt abdrucken und bot im Gegenzug ein Interview, das Matthias Bröckers und Kuno Kruse mit dem Romancier und Bestsellerautor Johannes Mario Simmel geführt hatten. Auch nicht schlecht, dachten wir, und griffen zu.

Simmel sagte einige schöne Dinge, zum Beispiel: "Ich glaube, ich bin immer Reporter geblieben. Mit 17 habe ich Novellen geschrieben und gedacht, Stil ist alles, und besonders schön geschrieben - Rilke, Verlaine, Rimbaud usw. Das zweite Buch spielte dann schon in einem Luftschutzkeller, wo sieben Personen miteinander auskommen müssen. Es war nicht die Zeit für delikate intellektuelle Probleme und Stilexperimente. Ich habe dann 17 Jahre als Journalist gearbeitet. Als ich jetzt in den Bio-Instituten war (bei der Recherche für seinen Roman "Mit den Clowns kamen die Tränen", Anm.) und wir Nachmittags beim Tee in der Runde saßen, wo jeder ein bisschen erzählt und die Pläne für den nächsten Tag gemacht werden, und ich diesen Geruch der Labors erlebte, erinnerte ich mich immer wieder - ich habe Chemie studiert -, dass ich Physiker werden wollte. Ein Lehrer hatte mir gesagt: Die Chemie ist der unreine Teil der Physik.

Falter: Und geworden sind Sie, wenn man dem Literaturlexikon folgt, ein, Bestsellermechaniker'.

Simmel: Es gab eine Zeit in den sechziger Jahren, nur in Deutschland, als es chic war, Überschriften zu machen wie damals die Zeit:, Es stinkt zum Simmel', drunter stand:, Und verkauft sich.' Aber das ist lange her." A.T.


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