Das Problem "Gusi"

Politik | Robert Misik | aus FALTER 40/07 vom 03.10.2007

SPÖ Auch die eigene Partei hat es Alfred Gusenbauer nicht leicht gemacht. Wie er es dennoch schafft, gemächlich ein starker Kanzler zu werden.

Es war schon knapp vor elf Uhr Nacht im Festzelt vor der Löwelstraße. Schwaden von Schweiß, Rauch und euphorischer Entrücktheit hingen über den Köpfen, da trat Alfred Gusenbauer noch einmal auf die Bühne. "Heute ist ein Traum in Erfüllung gegangen", rief der SPÖ-Parteichef in die Menge. "Die Arroganz wurde abgewählt." Und so sangen die Genossen, was sie schon lange nicht gesungen haben: die "Internationale". Weniger aus Nostalgie, sondern wegen der einen Zeile, die sie nicht oft genug hören konnten an diesem Abend: "... wir sind die stärkste der Parteien!"

Denn damit hatte ja kaum einer gerechnet.

Schon die Siegesstunde war von leisem Realitätsverlust gekennzeichnet: "Rot-Grün, Rot-Grün", riefen die Jusos in fester Missachtung aller Grundrechenarten, und wer die Möglichkeit eines Bündnisses mit den Konservativen auch nur andeutete,


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