Höherer Kitsch

Sebastian Fasthuber | Kultur | aus FALTER 40/07 vom 03.10.2007

MUSIK Die kanadische Band Stars lädt mit ihrem Album "In Our Bedroom after the War" in den Club der bittersüßen Narren.

Warum gehen einem diese Songs so nahe? Eine Vermutung, nach circa 17-maligem Hören der neuen Stars-Platte: Diese fünf Kanadier beherrschen die Kunst, einen traurigen Song so klingen zu lassen, dass man sich am Ende gut fühlt. Eine der Königsdisziplinen der Popmusik. Über ihr letztes Album "Set Yourself on Fire", das sie in Europa bekannt machte, haben Stars die schöne Bemerkung fallen gelassen, sie wollten sich damit an die Niederlagen erinnern, die einem die Jugend zufügt. Stars sind sentimental, doch auf eine bittersüße Art, die beim Zurückblicken kaum je Verklärung betreibt. Sie wollen die alte Zeit nicht wieder haben, denn sie wissen, dass sie um nichts besser war, allenfalls waren die eigenen Gefühle damals noch ein wenig intensiver.

Musikalisch ist der Pop der Achtzigerjahre, auf den sie sich auf ihrem neuen, vierten Album "In Our Bedroom after the War"

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