Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 40/07 vom 03.10.2007

Dead Man Walking "Sehr amerikanisch", möchte man über die österreichische Erstaufführung der Oper "Dead Man Walking" urteilen. Und meint damit aus der Reihe der Vorbehalte gegenüber US-Beiträgen zur Klassik das Spekulative. Da ist zunächst die Geschichte der gegen die Todesstrafe kämpfenden Ordensschwester Helen, die nach Buch und Film nun auch als Oper weltweit Verkaufszahlen einfahren soll. Sie wirkt im Libretto von Terrence McNally ein wenig bigott, rührselig und eindimensional. Jake Heggies, der Komponist, vertont bloß das Offensichtliche. Er illustriert den Text, verzichtet auf Hintergründigkeit und ist damit arg plakativ. Um Effekte nicht verlegen, folgt Heggies einem immer gleichen Strickmuster. Das macht die Musik rasch durchschaubar und auf Dauer eintönig. Trotzdem sehenswert ist die Produktion im Theater an der Wien der Solisten wegen: Kristin Jepson steht in der konzentriert-schlichten Regie von Nikolaus Lehnhoff als Sister Helen fast pausenlos auf der Bühne und

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