Knusprig zwickt Fridolin

Wolfgang Paterno | Stadtleben | aus FALTER 40/07 vom 03.10.2007

STADTMENSCH Seit einem halben Jahrhundert bewirtschaftet Edeltraud Kamprath, eine der letzten Bäuerinnen der Stadt, ihren Hof am südwestlichen Rand Wiens. Feiertage kennt sie nicht, auf Urlaub war sie noch nie.

Hahn Fridolin stolziert über den Platz. Er sträubt das Gefieder, rosa Haut blitzt unter dem schwarzen Federkleid hervor. Wo dieser Gockel aufkreuzt, gackern die Hühner. Zur selben Zeit, einige Meter entfernt: Ein Enterich namens Knusprig, langer dünner Hals, zackig schlenkerndes Hinterteil, macht sich auf den Weg. Ein Duell am Nachmittag, Gekreische und Geschrei: Hahn gegen Erpel. Fridolin hackt auf Knusprig ein, Knusprig zwickt Fridolin. Und inmitten des Geschehens, Sekunden später, steht die kleine, gebückte Gestalt der Edeltraud Kamprath. In all dem aufgewirbelten Staub und dem Federnflug ist sie anfangs kaum auszumachen. Sie trennt die beiden Kleintiere, sie beschwört die fedrigen Fanatiker: "Jetzt ist Schluss. Hackbeil! Kochtopf!"

Es kehrt wieder Ruhe ein auf dem Bauernhof,

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