Einmal ausrasten, bitte

Kultur | Thomas Wolkinger | aus FALTER 40/07 vom 03.10.2007

HERBST-TAGEBUCH II Allzu viel ist ungesund: Schnaps, zum Beispiel. Oder Bürokratie. Oder Ikea. Im Theater glückte die Dosierung in der zweiten herbst-Woche aber fast perfekt.

25.9.2007 Im Foyer des "Theatre", dem diesjährigen Festivalzentrum des steirischen herbst, herrscht das Prinzip des Gebens und Nehmens. Die schwedischen Performer Tor Lindstrand und Mårten Spångberg stellen hier täglich Gratis-Schnaps und-Likör in wüster geschmacklicher Variationsbreite und verschwenderischer Menge in immer changierenden Stimmungsdekors bereit, um die Besucher zur ebenso großzügigen Preisgabe sozialer und kreativer Energie zu animieren. Zum Beispiel, um wie am Dienstag aus einem gewaltigen Sitzsack kollektiv eine "Volkspyramide" zu errichten. Illuminatentum goes Illuminiertheit. Schon lustig, aber auch ziemlich Ikea. Ernsthaft zu überlegen ist eine Nachnutzung des "Theatre" als Begegnungszentrum für Betroffene herbst-induzierten Alkoholabusus. Während aber im Foyer der schwedische Bär

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