hundert jahre zeitausgleich

Johannes Schrettle | Stadtleben | aus FALTER 40/07 vom 03.10.2007

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Forscher der New York University haben herausgefunden, dass "je linksliberaler die Versuchspersonen, desto schneller ihr Reaktionsvermögen" bei einfachen Versuchsreihen ist. Eine wichtige Information für die Gratis-Abo-Keiler von Presse und Standard, die auf der Uni herumstehen und auf möglichst langsames Reaktionsvermögen angewiesen sind, wenn sie die Studenten, die aber eh kaum mehr linksliberal sind, zum Datenüberreichen überreden müssen. Dass sie das dann selbstständig nach einem Monat stornieren müssen, überzuckern sie dann nicht, lesen auch ihre Post nur unregelmäßig, und schon sitzt ihnen ein Kärntner Inkasso-Büro im Nacken und spricht mit der sanften Gewalt der südösterreichischen Vokaldehnung herbe Drohungen auf die Mobilbox. Die amerikanischen Wissenschaftler vermuten eine genetische Verbindung von politischer Einstellung und Reaktionsvermögen, vielleicht sind die Linksliberalen aber auch einfach nur besser ausgeschlafen. Kaum einer von ihnen würde auf die Idee kommen, um halb sieben in den Zug nach Wien zu steigen. Und wenn, würde er es widerspruchs-, weil bewusstlos hinnehmen, dass das Gefährt "Leopold Stocker Verlag" heißt. Wenn die New Yorker Recht haben, müsste dieser Zug also eine Reaktionszeit haben, die jeden Tormanntrainer beschämen müsste, sogar von Sturm Graz, kurz: Man muss in diesem Zug Angst um sein Leben haben. Es ist auf jeden Fall besser, im Bett zu bleiben.


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